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Selbst ist die Frau - die Geschichte der Chancengleichheit bei Vogelsang

Geschrieben von Vogelsang Unternehmen | 13.09.22 14:06

Von der Lehrerin zur Chefin - Maria Vogelsang-Verhülsdonk

Wenn Maria Vogelsang-Verhülsdonk durch die Gänge von Vogelsang geht, dann ist sie stolz auf das, was sie in diesem Unternehmen erreicht hat. Nicht umsonst wurde Maria Vogelsang-Verhülsdonk 2015 mit dem
Preis „Unternehmerisches Lebenswerk“ vom Verbund Oldenburger Münsterland ausgezeichnet. „Das Unternehmen steht beispielhaft für eine gelungene Entwicklung eines familiengeführten Unternehmens.“ Dabei stand sie lange Zeit zwischen zwei Welten. Bereits seit ihren Kindertagen ist Maria mit dem Unternehmertum vertraut. Ihr Vater war Inhaber der Holtkemper Transport GmbH. Dennoch entschied sich Maria, als Sportlehrerin zu arbeiten, und übte diese Tätigkeit auch von 1970 bis 1986 am Gymnasium Löningen aus. 1957 heiratete sie den Ingenieur Helmut Vogelsang. Als er 1976 verstarb, übernahm sie neben ihrem Beruf als Sportlehrerin auch die Geschäftsführung des Unternehmens Vogelsang und führte somit das Erbe ihres Mannes fort. Die energetische Chefin wandelte das damals noch private Unternehmen in eine GmbH um und stellte für die betriebswirtschaftliche Seite ein externes Management ein. Während der Anfangsphase wurde sie dabei von ihrem Prokuristen unterstützt. Als Maria Vogelsang-Verhülsdonk 1979 den Ingenieur Burkhard Verhülsdonk heiratete, bekam sie durch ihn auch auf der technischen Seite Verstärkung. Mitte der 1980er Jahre geriet das Unternehmen dennoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Enttäuscht von Teilen des Managements gab die leidenschaftliche Pädagogin schließlich ihren Beruf als Lehrerin auf und stieg im Februar 1986 komplett in die Firma ein mit dem Ziel, die Firma für die nächste Generation aufrechtzuerhalten. Damit nahm sie sich den Rat ihres Bruders zu Herzen: „Die Anwesenheit des Eigentümers ist unbedingt erforderlich. Hauptsache, du bist da.“

 

Sachverstand und weibliche Intuition erfolgreich kombiniert

Zielstrebig nahm Maria Vogelsang-Verhülsdonk also auch diese Herausforderung an, bildetet sich weiter, stellte neue Mitarbeiter ein und holte sich zusätzlichen Rat von professioneller Seite. Während dieser Zeit gab es einige Umbrüche in der Produktpalette von Vogelsang. So wurde die Produktion von Holzfässern eingestellt und es wurden neue, marktorientierte Produkte, wie z.B. das Schleppschlauchgestänge, eingeführt. Gleichzeitig galt es, neben dem Segment Landwirtschaft neue Märkte zu erschließen –Vogelsang begann sich in diversen Industriezweigen zu etablieren.
Als Frau musste sich Maria im Laufe dieses Werdegangs immer wieder aufs Neue behaupten, damit ihre Kollegen und Mitarbeiter sie als Geschäftsführerin akzeptierten. Durch ihre aufrichtige und geradlinige
Arbeitsweise schaffte sie es, die Firma durch diese kritische Zeit zu führen. Nur durch ihr Geschick konnte die nächste Generation ins Unternehmen einsteigen und sich die Firma zu dem entwickeln, was heute weltweit unter Vogelsang verstanden wird.
Egal, wie schwierig die Umstände auch waren, die ehemalige Sportlehrerin bewies auch hier ihre gute
Kondition und hat nie aufgegeben. Sich selbst ist sie dabei stets treu geblieben und hat durch ihre Glaubwürdigkeit und Motivationsstärke überzeugen können. Durch ihr Engagement sowie ihre vorbildliche
Art, sich einzubringen und einzusetzen, legte sie den Grundstein für die Chancengleichheit und geschlechtsunabhängige Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Maria ist somit Vorreiterin für „Frauen bei Vogelsang“.

Die Firma Vogelsang in 1970 und in 2017

 

Frauenpower: Qualifikation macht die Quote

Obschon Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen deutschlandweit gefragt, aber immer noch sehr selten sind, arbeiten heute ca. 90 Frauen in dem 900 Mitarbeiter starken Unternehmen – 23 von ihnen in technischen Berufen. Die erste technische Zeichnerin, Heike Ellmann, stellte Maria 1992 sogar persönlich ein.
THINK RED! stellt Ihnen vier Frauen bei Vogelsang vor, die ihren Weg in technischen Berufen gegangen sind und sich den unterschiedlichsten Herausforderungen gestellt haben.

 

Nadja Hüdepohl
Abteilung Forschung und Entwicklung 

Nadja Hüdepohl ist 32 Jahre alt und studierte Diplom-Physikerin. Freunde beschreiben sie als neugierig und aufmerksam. Früh schon hatte sie ein großes Interesse an technischen Themen und wollte wissen, wie die Dinge funktionieren. In der Schule waren es Fächer wie Mathematik und Naturwissenschaften, die
sie am meisten begeistert haben. So war Nadja schnell klar, dass sie einen technischen Beruf erlernen wollte. Da ihr Interesse eher im Forschen und Entwickeln als in der Konstruktion lag, entschied sie sich für ein Physikstudium. Eine echte Herausforderung, der Nadja mit dem stetigen Aufbau von Fachwissen begegnete. Ihre Zeit an der Universität beschreibt Nadja als spannend und interessant – wie erwartet, machten ihr besonders das wissenschaftliche Arbeiten an unterschiedlichen Projekten und die physikalische Forschung große Freude. Parallel zu ihrem eigenen Studium gab sie deshalb in ihrer Freizeit ein Tutorium an der Universität und war auch nach dem Abschluss zunächst unter anderem als Lehrerin an einer Privatschule tätig, um auch bei anderen jungen Menschen das Interesse an der Physik und am theoretischen Wissen zu wecken.
Mit der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der Diplom-Physikerin die praktische Arbeit im Bereich
Forschung fehlte. Daher ergriff sie die Gelegenheit und bewarb sich bei Vogelsang. Schon ihr erstes Projekt „Mittelinfrarot (MIR)-Sensorik für Wirtschaftsdüngermanagement“ bestätigte sie in ihrer Entscheidung und bestärkte sie in dem Wunsch, sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Forschen, zu widmen.
Seit drei Jahren ist Nadja jetzt bei Vogelsang und arbeitet in der Abteilung Forschung und Entwicklung.
An ihrer Tätigkeit schätzt sie besonders ihr eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten und sie liebt
die Abwechslung. Fragt man Nadja, was ihr an ihrem Beruf besonders viel Spaß macht, lautet die Antwort:

„Intensive Untersuchungen von technischen Entwicklungen und die Anwendung umfangreicher
Testverfahren und die Analyse der Messdaten sind für mich das Salz in der Suppe. Kurz gesagt: Es geht darum, Lösungen zu suchen und zu finden.“

 

Annemarie Hüdepohl
Abteilung Forschung und Entwicklung 

Die 30-jährige Annemarie Hüdepohl ist seit 2012 bei Vogelsang und Teamleiterin für den Bereich Anlagentechnik. Sie ist gelernte technische Zeichnerin und hat im Anschluss an ihre Ausbildung ein Maschinenbaustudium begonnen. Heute konstruiert sie neue Produkte und beteiligt sich an deren Markteinführung.
Annemaries Begeisterung für technische Anlagen begann mit einem Praktikum bei Vogelsang. Während dieser Zeit konnte sie wertvolle und spannende Einblicke in den Bereich Konstruktion gewinnen und war fasziniert von der vielfältigen Arbeit, die sie dann auch dazu motivierte, eine Ausbildung als technische Zeichnerin zu absolvieren. Doch Annemarie wollte sich beruflich weiterentwickeln, mehr verstehen und tiefer in die Materie eintauchen. Weshalb sie sich für ein aufbauendes Maschinenbaustudium entschied.
Ihre Bachelorarbeit schrieb sie bei Vogelsang und man bot ihr nach Abschluss ihres Studiums eine Festanstellung im Unternehmen an.
Im Laufe der Jahre bewältigte Annemarie immer wieder neue Herausforderungen. Auch über den beruflichen Teil hinaus, denn als Frau musste sie sich doppelt anstrengen, um ernst genommen zu werden und die Akzeptanz ihres Umfelds zu erlangen. Leider begegnet man(n) ihr noch heute hin und wieder mit Skepsis, die sie mit Humor und Fachwissen kontert.
Auch nach sechs Jahren erfreut sich die Maschinenbauerin an der Vielfältigkeit ihres Berufs sowie am
Konstruieren von Teilen oder Produkten. Vor allem, weil sie im Unternehmen die Chance hat, ein Produkt
von der Konstruktion und Fertigung über die Endmontage bis hin zum Einsatz beim Kunden zu begleiten.
Während des gesamten Entwicklungsprozesses wirkt sie an den Entscheidungen mit – und freut sich schon auf zukünftige Aufgaben und Projekte.

 

Andrea Wichmann
IT-Anwendungsentwicklung

Immer gut gelaunt und der Lösung auf der Spur – das ist Andrea Wichmann, 38, Teamleiterin in der IT-Anwendungsentwicklung. Angefangen hat sie als Bürokauffrau, jedoch anschließend ihr Fachabitur nachgeholt und Wirtschaftsinformatik studiert. Die Neugier an der IT aber wurde durch ihre Ausbildung geweckt. Sie wollte Computerprogramme nicht nur benutzen, sie wollte wissen, wie sie funktionieren und welcher systemtechnische Aufbau dahintersteckt.
Während des Studiums absolvierte Andrea ihr Praxissemester bei Vogelsang und schrieb dort ebenfalls ihre Diplomarbeit. Sie überzeugte ihre Kollegendurch ihr Know-how und ihre Einsatzfreude, sodass
sie nach dem Abschluss ihres Studiums ein Stellenangebot bei Vogelsang als Anwendungsentwicklerin
bekam. Während sie anfangs an den Produktkonfiguratoren mitwirkte und sich in diese untypische
Programmiersprache einarbeiten musste, sieht die IT-Fachfrau sich heute als Teamleiterin in der Anwendungsentwicklung mit ganz anderen Aufgabenstellungen konfrontiert. Schließlich ist es bei einem Team aus sieben Mitarbeitern und zwei Auszubildenden nicht immer leicht, die großen und kleinen To-dos jedes Einzelnen im Blick zu behalten. Zumal sie häufig zeitnah und nachhaltig erledigt werden müssen und sich die gewünschten Anpassungen, z.B. im Warenwirtschaftssystem proAlpha, nicht immer direkt umsetzen lassen. So manches erfordert vorab eine genaue Analyse der relevanten Arbeitsabläufe und Prozesse. Doch egal wie stressig der Job manchmal sein mag: Auch nach elf Jahren geht Andrea ihrem Beruf mehr als gerne nach. Denn auf die Vielseitigkeit ihrer Arbeit, die täglich neuen Herausforderungen und den Aus tausch mit den unterschiedlichen Abteilungen möchte sie einfach nicht mehr verzichten.

 

Maren Köwner
Abteilung Lagerlogistik

Maren Köwner, 40 Jahre alt, ist als Quereinsteigerin zu Vogelsang gekommen. Denn nach 14 Jahren als gelernte Einzelhandelskauffrau wollte sie sich beruflich gerne noch einmal verändern und sich einer neuen Herausforderung stellen. Als sie durch Zufall die Chance bekam, bei Vogelsang im Wareneingang der Lagerlogistik zu starten, ergriff sie die Gelegenheit.
Dort ist Maren inzwischen seit drei Jahren tätig und sie hat den beruflichen Wechsel nie bereut. Zu Recht beschreibt sie sich selbst als ehrgeizig und flexibel. So gelang es ihr, sich in der Anfangsphase zügig in die Systeme einzuarbeiten, die sie bis heute täglich nutzt. Auch galt es, die komplette Produktpalette bis ins Detail kennenzulernen, um die einzelnen Artikel im Lager richtig einzuordnen. Ebenso wichtig war das Kennenlernen der unterschiedlichen Vogelsang-Lieferanten, da sie täglich mit ihnen in Kontakt steht. Die ehemalige Einzelhandelskauffrau musste schnellstmöglich ein umfassendes Verständnis für die Anliegen aller Beteiligten entwickeln, um verschiedene Prozesse optimal koordinieren zu können. Rückblickend stellt Maren fest, dass diese intensive Einarbeitungsphase als Teil eines „tollen Teams“ entscheidend zu ihrer raschen Entwicklung beigetragen hat. So ist sie nach wie vor mit viel Freude und Engagement dabei. Besonders die organisatorische Seite an ihrem Job macht ihr Spaß: das gemeinsame Beheben von Problemen, immer den Überblick zu bewahren und vor allem den Kontakt zu Kunden und Lieferanten zu haben.

 

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